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Bachelorarbeit aufschieben? Tipps um es doch zu schaffen!

Veröffentlicht am 04.11.2015 · Aktualisiert am 05.10.2026 von Druck deine Bachelorarbeit

Bachelorarbeit aufschieben Prokrastination

Kurz gesagt

Wenn du die Bachelorarbeit aufschiebst, mache den nächsten Arbeitsschritt klein und konkret: Was tust du wann und wo, und woran erkennst du das Ende? Wiederkehrendes stark belastendes Aufschieben ist ein Anlass, Unterstützung zu suchen, kein Beweis von Faulheit.

Bei unterschiedlichen Hindernissen anders reagieren

  • Unklare Aufgabe: Formuliere eine Frage an Betreuung oder Schreibberatung.
  • Angst vor einer schlechten Fassung: Schreibe einen ausdrücklich vorläufigen Absatz und verschiebe die Stilkorrektur.
  • Ablenkungen: Lege Benachrichtigungen für ein begrenztes Arbeitsfenster still und halte benötigte Unterlagen bereit.
  • Fehlender Einstieg nach einer Pause: Notiere am Vortag den nächsten konkreten Schritt.
  • Zu große Tagesplanung: Wähle eine Hauptaufgabe und einen kleinen Anschluss, statt fünf Kapitel gleichzeitig zu beginnen.

Arbeite nicht absichtlich dauerhaft an zwei völlig verschiedenen Aufgaben parallel. Der Wechsel kann auch ein neues Ausweichmuster werden. Wenn eine Aufgabe blockiert ist, halte den Grund fest und wähle bewusst eine andere bearbeitbare Aufgabe.

Eine Blockade in zehn Minuten diagnostizieren

Nimm ein Blatt und vervollständige drei Sätze: „Ich sollte gerade …“, „Ich weiche aus, sobald …“ und „Damit ich weiterkomme, fehlt …“. Trenne fehlende Informationen von unangenehmen, aber möglichen Aufgaben. „Ich weiß nicht, welche Variable ich auswerte“ verlangt eine methodische Klärung. „Ich weiß, welche Tabelle ich beschreiben muss, möchte aber keinen schlechten ersten Satz schreiben“ verlangt eher einen vorläufigen Rohtext.

Wähle danach nur eine passende Reaktion. Bei einer offenen Fachfrage formulierst du eine präzise Rückfrage und sammelst die nötigen Belege. Bei einem zu großen Arbeitspaket zerlegst du es. Bei Angst vor Bewertung legst du fest, dass die erste Fassung intern bleibt. Wenn du jedes Hindernis mit einer neuen Planung beantwortest, kann auch Planung zum Aufschieben werden.

Beispiel für einen wirklich kleinen Start

Eigenes Beispiel: „Kapitel 5 schreiben“ ist noch kein Arbeitsschritt. Besser: „Dienstag um 9:00 Uhr sitze ich für 25 Minuten am Bibliotheksplatz. Ich öffne Tabelle 7 und schreibe drei neutrale Beobachtungssätze zu den größten Unterschieden. Danach notiere ich eine offene Deutungsfrage.“ Zeitpunkt, Ort, Dauer, Material und sichtbares Ergebnis sind damit bestimmt.

Nach den 25 Minuten entscheidest du neu. Du kannst weiterarbeiten, eine Pause machen oder die offene Frage vorbereiten. Der Erfolg besteht zunächst darin, dass der vereinbarte Schritt ausgeführt wurde. Eine Seitenquote kann für manche Schreibphasen funktionieren, eignet sich aber nicht für Literaturprüfung, Datenbereinigung oder eine schwierige methodische Entscheidung.

Mit Arbeitsprotokoll statt Schuldgefühl

Halte eine Woche lang knapp fest, wann du beginnen wolltest, wann du tatsächlich begonnen hast, was die Hürde war und welches Ergebnis entstand. Das Protokoll soll kein lückenloses Leistungstagebuch werden. Es zeigt Muster: Vielleicht planst du Analyse immer in ein zu kurzes Zeitfenster, wartest bei jeder Quellenfrage auf die Betreuung oder verlierst nach Meetings den Wiedereinstieg.

Formuliere daraus eine Änderung für die nächste Woche. Wenn der Einstieg fehlt, beendest du jeden Arbeitstag mit einer Notiz zum ersten Handgriff des nächsten Tages. Wenn Rückfragen Arbeit stoppen, sammelst du sie und arbeitest an unabhängigen Teilen weiter. Wenn du deine verfügbare Zeit überschätzt, kürzt du die Tagesliste und schützt einen realistischen Block.

Was du in einer Schreibgruppe vereinbaren kannst

Eine Schreibgruppe hilft am meisten mit einem schlichten Ablauf: kurze Zielrunde, stilles Arbeitsfenster, kurze Abschlussrunde. Jede Person benennt ein Ergebnis, das im Zeitfenster erreichbar ist. Fachliche Diskussionen und gegenseitige Textkritik bekommen eigene Termine, damit sie die Arbeitszeit nicht ersetzen. Teilt keine vertraulichen Daten oder unveröffentlichten Inhalte, wenn das für eure Arbeiten nicht erlaubt ist.

Eigenes Gruppenbeispiel: Du kündigst an, zwei Absätze der Methodenauswahl zu überarbeiten. Am Ende berichtest du nicht „Ich war produktiv“, sondern: „Die Auswahlkriterien sind jetzt in vier Sätzen begründet; offen ist der Ausschlussfall.“ Damit steht der nächste Schritt schon fest.

Früh Hilfe holen, wenn Selbststeuerung nicht reicht

Wenn Aufschieben über längere Zeit Studium, Schlaf oder Wohlbefinden stark beeinträchtigt, ist ein weiterer Timer nicht zwingend die passende Antwort. Hochschulen bieten je nach Ort Schreibberatung, Studienberatung und psychologische Beratung an; spezialisierte Angebote können die Situation genauer einordnen. Nenne bei einer Anfrage konkret, wie lange das Problem besteht, welche Aufgaben betroffen sind und welche Folgen bereits auftreten. Bei einer unmittelbar gefährdeten Frist klärst du parallel die formalen Möglichkeiten mit der zuständigen Stelle.

Wenn Recherche zum Ausweichen wird

Lege vor der Suche fest, welche Aussage oder Lücke du klären willst und wann die Suche endet. Öffnest du immer neue Treffer, ohne Fundstellen zu notieren, hast du noch keinen verwertbaren Fortschritt. Formuliere ein Rechercheergebnis, etwa: „Für die Definition liegen zwei geeignete Quellen mit Seitenangaben vor; offen bleibt der Vergleich der Messmethoden.“ Danach gehst du zurück in den Text.

Eigenes Recherchebeispiel: Du möchtest nur belegen, wie ein Fachbegriff in deiner Arbeit verwendet wird. Statt einen ganzen Themenordner zu durchsuchen, prüfst du die bereits markierten Grundlagenwerke, notierst Definition und Fundstelle und schreibst einen vorläufigen Absatz. Eine weiterführende Debatte kommt auf eine Parkliste, wenn sie für die aktuelle Kapitelaufgabe nicht nötig ist.

Nach einem verlorenen Tag wieder einsteigen

Versuche nicht, einen versäumten Tag nachts vollständig nachzuholen. Öffne dein Arbeitsprotokoll, wähle den kleinsten noch sinnvollen Schritt und reserviere das nächste realistische Fenster. Prüfe anschließend den Wochenplan: Muss eine optionale Aufgabe entfallen, braucht eine abhängige Entscheidung früher Hilfe, oder bleibt der Puffer ausreichend?

Plane den Druck als festen Posten in deinem Wochenplan ein. Wann deine Exemplare für deine Frist spätestens bestellt sein müssen, zeigt der Liefertermin-Rechner.

Schließe den Wiedereinstieg mit einer sichtbaren Spur ab. Das kann ein kommentierter Absatz, eine geprüfte Quelle oder eine formulierte Betreuungsfrage sein. So beginnt der nächste Block an einem konkreten Stand statt erneut mit der Entscheidung, wo du anfangen sollst.

Perfektionismus in zwei Fassungen trennen

Definiere für einen schwierigen Abschnitt zuerst eine sachlich vollständige Rohfassung: zentrale Aussage, Beleg und offene Markierung. Stil, Übergänge und Kürzung folgen in einem eigenen Durchgang. Wenn du während des Entwurfs jeden Satz druckreif machen willst, verschmelzen fachliche und sprachliche Entscheidungen zu einer schwer startbaren Aufgabe.

Lege für diese beiden Fassungen getrennte Ziele fest. In der Rohfassung darf eine offene Stelle sichtbar markiert bleiben; vor der Abgabe muss sie entschieden, belegt oder entfernt sein. So wird „vorläufig“ zu einem Arbeitsschritt und nicht zu einer dauerhaften Ausrede.

Für den nächsten Start

  • Eine konkrete Aufgabe ausgewählt.
  • Zeitpunkt, Ort und begrenzte Dauer festgelegt.
  • Benötigtes Material bereitgelegt.
  • Ergebnis oder nächste offene Frage notiert.
  • Bei wiederkehrender Blockade passende Unterstützung gesucht.

Für die Gesamtplanung hilft das Zeitmanagement; für den Entwurf der Umgang mit dem inneren Kritiker.

Quellen und weiterführende Anleitungen

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