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Welche Arten von Plagiaten gibt es und wie kannst du diese vermeiden?

Veröffentlicht am 11.05.2018 · Aktualisiert am 07.09.2026 von Druck deine Bachelorarbeit

Plagiat vermeiden

Kurz gesagt

Plagiate vermeidest du, indem du fremde Formulierungen und Gedanken schon in deinen Notizen mit einer Quelle verknüpfst. Ein Literaturverzeichnis allein reicht nicht: Im Text muss erkennbar sein, welche Aussage aus welcher Quelle stammt.

Die wichtigsten Plagiatsformen als Arbeitsrisiken verstehen

Ein Komplettplagiat ist nur der offensichtlichste Fall. Im Schreiballtag entstehen Probleme häufiger in kleineren Übernahmen: Ein Satz wird geringfügig umgestellt, eine übersetzte Passage ohne Beleg eingefügt oder die Argumentationsstruktur einer Quelle wird übernommen, ohne ihren Ursprung kenntlich zu machen. Auch eine Paraphrase braucht einen Nachweis, wenn Gedanke, Befund oder Ordnung aus einer Quelle stammen. Ein Eintrag im Literaturverzeichnis allein zeigt noch nicht, welche Aussage sich auf welche Fundstelle stützt.

Beim sogenannten Shake-and-Paste werden Fragmente aus mehreren Quellen zu einem scheinbar neuen Absatz zusammengesetzt. Der Text kann sprachlich verändert sein und bleibt dennoch fremdbestimmt. Ein Strukturplagiat betrifft nicht bloß dieselben allgemeinen Kapitelüberschriften, sondern eine charakteristische Auswahl und Abfolge von Gedanken, die ohne Kennzeichnung übernommen wird. Beim Eigenplagiat geht es um die erneute Nutzung eigener bereits eingereichter oder veröffentlichter Texte, ohne dies transparent zu machen. Welche Wiederverwendung zulässig ist, klärst du anhand der Prüfungsregeln.

Ein Absatzbeispiel Schritt für Schritt bearbeiten

Angenommen, eine Quelle berichtet, dass unmittelbares Feedback in einer untersuchten Lerngruppe mit häufigeren freiwilligen Wiederholungen verbunden war. Eine bloße Umstellung wie „Freiwillige Wiederholungen traten bei direktem Feedback öfter auf“ bleibt eng am Befund und braucht einen Beleg. Eine saubere Paraphrase beginnt damit, den Zweck im eigenen Argument festzulegen: Du möchtest zeigen, dass Feedback mit Nutzungsverhalten zusammenhängen kann. Dann formulierst du diesen begrenzten Gedanken in deiner eigenen Satzstruktur, nennst die Quelle und vermeidest die stärkere Behauptung, Feedback verursache den Effekt.

Prüfe danach direkt am Original: Trifft die Aussage die untersuchte Gruppe, die Art des Feedbacks und das gemessene Verhalten? Hast du aus einer Korrelation eine Ursache gemacht oder eine Einschränkung weggelassen? Notiere die Fundstelle. Erst danach fügst du den Absatz in deinen Argumentationsgang ein und erklärst, was der Befund für deine Frage bedeutet.

Quellen beim Lesen so erfassen, dass Herkunft sichtbar bleibt

Führe pro Notiz mindestens Quelle, Fundstelle, Notizart und eigenen Verwendungszweck. Kennzeichne wörtlich kopierte Passagen sofort mit Anführungszeichen, auch in privaten Exzerpten. Markiere Paraphrasen als Paraphrasen und trenne eigene Gedanken räumlich oder durch ein festes Kürzel. Wenn du eine Tabelle, Abbildung, Übersetzung oder Gliederungsidee übernimmst, vermerke das ebenfalls. Dieser kleine Aufwand verhindert, dass ein Satz Wochen später wie eine eigene Formulierung aussieht.

Bei einer Literaturverwaltung kontrollierst du importierte Metadaten. Titel, Autorennamen, Datum, Ausgabe und DOI können unvollständig sein. Speichere außerdem die konkrete Fundstelle in deiner Notiz, weil ein automatisch erzeugter Verzeichniseintrag sie nicht ersetzt. Bei Webseiten dokumentierst du die Version oder das Abrufdatum, wenn dein Stil es verlangt.

Was Softwareprüfung kann und was deine Prüfung leisten muss

Eine Ähnlichkeitsprüfung findet mögliche Textüberschneidungen. Sie entscheidet nicht zuverlässig, ob eine Übernahme korrekt zitiert, allgemein bekannt oder problematisch ist. Umgekehrt können eine freie Übersetzung, eine stark umformulierte Idee oder eine übernommene Struktur unauffällig bleiben. Nutze einen Bericht deshalb als Anlass, jede markierte Stelle am Original und an deinem Zitierstil zu prüfen.

Dein Endabgleich arbeitet in zwei Richtungen: Für jeden Beleg im Text muss ein passender Eintrag im Literaturverzeichnis vorhanden sein; für jeden Verzeichniseintrag sollte klar sein, wo er in der Arbeit verwendet wird, sofern dein Stil keine getrennte Bibliografie vorsieht. Nimm zusätzlich Stichproben aus jedem Kapitel und öffne die Originalfundstelle. Diese Prüfung deckt auch sachliche Überdehnungen auf, die eine Ähnlichkeitssoftware gar nicht erkennen soll.

Vier typische Fundstellenprobleme reparieren

Die Quelle steht nur im Verzeichnis: Setze den Nachweis an die übernommene Aussage und prüfe die konkrete Fundstelle. Die Notiz enthält eine Zahl ohne Kontext: Öffne die Originaltabelle und dokumentiere Einheit, Stichprobe, Zeitraum und Seiten- oder Tabellennummer. Eine Übersetzung klingt wie eigener Text: Kennzeichne die Übernahme nach deinem Stil und vergleiche Sinn sowie Fachbegriffe mit dem Original. Ein Absatz folgt der Quelle Satz für Satz: Bestimme erst die eigene Kernaussage, wähle die nötigen Informationen aus und baue den Absatz neu.

Mit zwei Quellen synthetisieren, ohne ihre Stimmen zu vermischen

Quelle A berichtet einen Zusammenhang zwischen Feedback und wiederholter Nutzung, Quelle B findet ihn in einem anderen Kurs nicht. Schreibe nicht pauschal „Die Forschung ist uneinig“. Stelle die unterschiedlichen Gruppen, Messungen und Bedingungen gegenüber, soweit die Texte sie ausweisen. Belege jede Darstellung separat. Deine Synthese kann dann lauten, dass der Zusammenhang unter den verglichenen Designs nicht stabil erscheint und die Art der Rückmeldung genauer betrachtet werden muss.

Damit wird sichtbar, was aus welcher Quelle stammt und was deine Vergleichsleistung ist. Vermeide einen einzigen Sammelbeleg am Absatzende, wenn er die Zuordnung offenlässt. Nenne auch keine Erklärung als Befund beider Studien, wenn du sie erst aus dem Vergleich ableitest.

Material jenseits von Fließtext korrekt behandeln

Abbildungen, Tabellen, Fragebögen, Programmcode und Datensätze können ebenfalls fremde Leistungen enthalten. Prüfe bei jeder Übernahme Urheberschaft, Lizenz, notwendige Kennzeichnung und fachlichen Zitierstil. „Eigene Darstellung“ passt nur, wenn die Darstellung tatsächlich von dir stammt; bei einer Bearbeitung auf Grundlage anderer Daten oder Modelle muss die Grundlage erkennbar bleiben.

Bei gemeinsam genutzten Materialien dokumentierst du, wer welchen Teil erstellt hat. Eine Gruppenpräsentation oder frühere Hausarbeit wird nicht automatisch zu frei verfügbarem Rohmaterial für die Bachelorarbeit. Kläre Wiederverwendung und kennzeichne sie transparent.

Ein prüfbares Übergabeprotokoll vor der Abgabe

Suche im Dokument nach allen offenen Markierungen, Anführungszeichen, „vgl.“, fehlenden Seitenangaben und Notizkürzeln. Öffne anschließend pro Hauptkapitel mindestens eine wörtliche und eine indirekte Übernahme am Original. Prüfe zuletzt, ob gelöschte Absätze noch verwaiste Quellen im Verzeichnis hinterlassen haben. Dokumentiere ungeklärte Sonderfälle und entscheide sie anhand der Fachvorgabe, nicht nach Erinnerung.

Ein Warnsignal bei KI- oder Übersetzungshilfen

Wenn ein Werkzeug Text umformuliert oder übersetzt, bleibt die Verantwortung für Herkunft, Sinn und Beleg bei dir. Prüfe jede fachliche Aussage am Original und halte die Regeln deiner Hochschule zur Nutzung solcher Hilfen ein. Eine flüssige neue Formulierung macht einen fremden Gedanken nicht zu deiner eigenen Quelle. Dokumentiere den zulässigen Einsatz so, wie es Prüfungsordnung oder Eigenständigkeitserklärung verlangen.

Gemeinsame Begriffe sind nicht automatisch gemeinsame Formulierungen

Fachbegriffe dürfen und müssen oft gleich heißen. Problematisch wird es, wenn charakteristische Satzfolge, Beispiele und Bewertung einer Quelle mitwandern. Halte den notwendigen Terminus fest, formuliere die Erklärung aus deinem Argument heraus und belege die zugrunde liegende Position. So bleibt die Fachsprache korrekt, ohne die sprachliche Gestalt der Quelle zu kopieren.

Passende nächste Schritte

Vertiefe die Belegarbeit anschließend mit den Anleitungen zum Zitieren und zu Quellenangaben; die Druckseite wird erst nach dem fachlichen Endabgleich relevant: Richtig zitieren, Quellenangaben im Text, Druckausführung für die Bachelorarbeit.

Quellen und weiterführende Anleitungen

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